Das Jahr 2017 war voll gepackt mit längeren Surfworkations und vielen schönen Wellen. Der krönende Abschluss sollte dann Surfen auf Sri Lanka werden. Ganz ohne Laptop und Arbeit im Gepäck hatte ich mir einen entspannten Trip erhofft. Viele neue Eindrücke gab es tatsächlich, aber sonst kam alles ein wenig anders als erwartet.

Irgendwann Anfang des Jahres, so zwischen dem zweiten und dritten Getränk am Abend entstand die Idee, sich Surfen auf Sri Lanka mal anzuschauen, nachdem ich schon viel gutes darüber gehört hatte. Wie es dann manchmal so läuft, landet das Flugticket schneller im Maileingang als man schauen kann. Aber spontane Entscheidungen sind ja oft die besten.

 

Generelle Reiseinformationen zum Surfen auf Sri Lanka – das brauchst du

Reisepass: Du brauchst einen Reisepass, der zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Ein vorläufiger Reisepass geht auch.

Visum: Für Sri Lanka brauchst du ein Visum. Du kannst es auf unterschiedliche Wege bekommen. Das Einfachste ist du beantragst es direkt hier eta.gov.lk. Zur Not wird dir das Visum auch bei Einreise am Flughafen ausgestellt. Allerdings ist es stressfreier und günstiger, das einfach vorher zu erledigen.

Währung: Sri Lanka Rupie (LKR) – 100 Rupien sind in etwa 0,50 €

Sprachen: Singhalesisch, Tamilisch, Englisch. Tatsächlich kommt man mit Englisch überall gut durch, über ein paar Phrasen wie Hallo, Bitte und Danke freut sich allerdings jeder, wenn du das auf singhalesich oder tamil sagen kannst.

Verkehrsmittel: Du kannst dich auf Sri Lanka recht easy und günstig mit dem Tuk Tuk durch die Gegend fahren lassen. Praktisch ist, dass du gleich mit dem Fahrer ins Gespräch kommst und dir im besten Fall Tipps zu den umliegenden Surfspots holen kannst. Öffentliche Busse gibt es natürlich auch und wer Lust auf ein Abenteuer hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. Die Zugverbindungen auf Sri Lanka sind nicht schlecht und im Gegensatz zum Busfahren wohl nur halb so aufregend, was man jetzt positiv oder negativ sehen kann. Die Seite seat61.com gibt dir einen guten Überblick über die Zugverbindungen.

Mückenschutz: In Sri Lanka gab es 2017 einen starken Zuwachs an Dengue Fieber Fällen. Medikamente oder Impfungen gibt es dagegen nicht. Schützen kannst du dich nur mit verschiedenen Mückenschutzsprays. Ich hatte nobite dabei und war zufrieden damit. Wer sich noch umfassender schützen möchte kann sich das Spray auch für die Kleidung kaufen. Allerdings hat man eh nicht so viel an bei der Hitze, sodass ich darauf verzichtet habe. Unangenehm riechen tun fast alle Sprays, die lokalen Hausmittelchen übrigens auch.

Reisezeitraum zum Surfen auf Sri Lanka: November bis April:  Süd- & Westküste
April bis September:  Ostküste um Arugam Bay

Das im Klartext der Oktober ist ein Zwischenmonat. Es kann gute Wellen geben muss aber nicht.

Reisezeitraum war bei uns die zweite Oktoberhälfte. Das ging nicht anders und nach ein wenig Recherche, natürlich auch nach Flugbuchung, war ich mir durchaus bewusst, dass es unter Umständen nicht die optimalste Reisezeit sein würde.

Sri Lanka – Colombo Flughafen

Geflogen sind wir mit Emirates über Dubai. Anfang des Jahres haben wir ein richtiges Flugschnäppchen geschossen und für 500 € Hin- und Rückflug gebucht. Das Schöne an Emirates ist, dass du statt deinem Koffer auch Surfgepäck aufgeben darfst, ohne es vorher anmelden zu müssen. Checke aber vor Abflug die Maße und Gewicht deiner Boardbag. Länge + Breite + Höhe der Tasche dürfen insgesamt 300 cm nicht überschreiten. Nachgemessen hat bei uns zwar keiner, aber man weiß ja nie.

Knappe zwölf Stunden später in Colombo angekommen, mussten wir nur noch einmal durch die Passkontrolle, Stempel abholen und zack waren wir da. Sommer, Sonne, Sonnenschein – nein nicht heute – Regen, grau und schwül waren so die ersten Eindrücke als wir die Flughafenhalle Richtung Minivan verließen. Mehr als froh, dass wir uns schon von Deutschland aus einen Fahrer organisiert hatten, ging die nächste Etappe mit Ziel Arugam Bay los.

Ich glaube es ist geschickt, sich den ersten Transfer vom Flughafen zum Zielort bereits von Deutschland aus zu organisieren oder sich das zumindest schon einmal genau anzuschauen. Es gibt auf facebook eine Gruppe Sri Lanka Taxi share in der du Fahrten einstellen kannst oder dir Angebote aussuchst, die in deinen Reiseplan passen. Man teilt sich die Taxikosten und kann so den ein oder anderen Euro sparen.

Generell ist die Fahrt vom Flughafen bis nach Arugam Bay abenteuerlich. Es sind zwar nur rund 300 km, die Fahrtzeit beträgt aber dennoch rund 8 Stunden. Vor allem für einen Asiengrünschnabel wie mich. Gefühlt auf der Hupe sitzend wurde alles und jeder überholt. Dass da aus einer zweispurigen Straße auch schnell mal eine vierspurige gemacht wird, interessiert hier niemanden. Irgendwie scheint sich das System auch bewährt zu haben. Auf den acht Stunden Fahrt bleibt aber genug Zeit, sich daran zu gewöhnen und mit steigender Müdigkeit relativiert sich das sowieso. Die Vorfreude auf den ersten Surf stieg auch trotz wilder Fahrt.

Arugam Bay Mitte Oktober

Wie gesagt war das mein erster Asienaufenthalt und ich hatte mich schon drauf eingestellt, dass mich etwas ganz anderes erwarten würde. Doch als ich das erste mal das LineUp am Main Point in Arugam Bay sah, wäre ich ehrlich gesagt am liebsten wieder umgedreht. Die Welle klein und selten, dafür 50-60 Surfer in Lauerstellung. Da ich jetzt nicht die Beste im Platz erkämpfen oder schnell in die Welle kommen bin, wenn sie der andere nicht erwischt, war das eine recht frustrierende Vorstellung.

Main Point
Der Main Point an sich ist ein Riff und es läuft eine schöne mega lange rechte Welle. Die Surfer, die eine erwischt hatten surften bestimmt 500m am Strand entlang. Genau den Weg nimmst du dann auch zurück, aber eben zu Fuß. Ins LineUp sind es dann nur ein paar Paddelzüge und schon sitzt du eigentlich wieder da, wo du sein solltest. Die Welle am Main Point ist wirklich cool, es sitzen nur wirklich so viele Leute im Wasser, dass man warten muss bis man eine erwischt.

Direkt am Main Point ist eine nette Strandbar, hier kannst du deine Sachen ablegen und vor oder nach dem Surf noch eine Kokosnuss trinken. Einen Shaper gibts dort auch. Emirates hatte leider mein Surfbrett demoliert. Den Shaper habe ich also direkt auch gebraucht.

Drei Tage versuchten wir in Arugam Bay unser Glück zu gefühlt allen Tageszeiten, aber wir hatten einfach Pech mit Swell und Leuten. Es gab keine Ausweichmöglichkeit an andere Spots, weil der Swell zu klein war. Einen kleinen Ausflug zu Peanut Farm haben wir gemacht, aber das war auch eher ein Reinfall, keine Welle ist eben keine Welle.

Peanut Farm

Peanut Farm ist ein netter Beachbreak in der Nähe von Arugam Bay. Mit dem Tuktuk erreichst du ihn in etwa 15 Minuten von Arugam Bay. Es gibt eine kleine Beachbar in der du Snacks und was zu Trinken bekommst.

Generell ist Arugam Bay zur Hauptsaison ein Ort in dem sehr viel Leben herrscht. Bars, Kneipen, Restaurants und jede Menge andere Geschäfte reihen sich aneinander. Mitte Oktober geht die Saison dort stark dem Ende zu und man merkt, dass die Einheimischen viele anstrengende Monate hinter sich haben.

Surfen auf Sri Lanka – Next stop Weligama

Ok nachdem wir uns das angeschaut und eben insgesamt nur 14 Tage Zeit hatten, beschlossen wir spontan nach Matara an die Südküste Sri Lankas zu fahren. Aus zwei Gründen, erstens natürlich weil wir hofften dort bessere Wellen zu haben oder überhaupt welche und zweitens weil wir uns eh Richtung Flughafen orientieren wollten, um am letzten Tag nicht noch einmal den acht-Stunden-Ritt zu haben.
Unser Tuk-Tuk Fahrer in Arugam Bay organisierte uns wieder einen Fahrer, der uns nach Matara brachte. In Matara suchten wir uns ein Surfcamp und landeten dort bei drivethru in Polenha. Ein schönes Surfcamp mit dem Rund-um-sorglos Paket. Der beste Service und das schönste Camp bringen aber immer noch keine Wellen und so verbrachten wir die restlichen Tage damit, uns in Weligama an einem riesen Beachbreak mit hunderten Anderen um die Wellen zu „streiten“.

Weligama

Weligama ist ein großer Beachbreak im Süden Sri Lankas, an dem sich viele Surf-Schulen und Surfanfänger tummeln.

Rund um Weligama gibt es zahlreiche Spots auf die man ausweichen kann, damit man sich eben nicht mit so vielen anderen um die Wellen streiten muss. Aber dazu braucht es eben den passenden Swell.

Mirissa

Von Polenha bis Mirissa fährt man etwa zwanzig Minuten mit dem Tuk Tuk. Es ist eher ein Spot für größere Swells und die Welle läuft nur in der rechten Ecke der Bucht. Du findest auch ein paar Bars und Cafés, in denen du dir deine Zeit vertreiben kannst.

Madiha

Das Drivethru Surfcamp hat seinen Homespot Madiha direkt vor der Haustür. Ein Riff für alle Intermediates. Lasst euch den Spot am besten erklären oder schaut wie die anderen Surfer ins Wasser gehen.

Black Sands oder Medawatta

Schöner Beachbreak noch ein Stückchen hinter dem Stadtstrand von Matara. Die Wellen sind je nach Swell für Intermediates und fortgeschrittene Anfänger geeignet.

An der Süd-Westküste findest du zwischen Tangalle und Hikkaduwa zahlreiche Spots. Egal ob Reef oder Beachbreak hier ist für alle Könnensstufen etwas dabei. Am besten checkst du auf magicseaweed den Forecast und unterhälst dich mit anderen Surfen, um deinen Lieblingsspot zu finden.

 

Fazit: Nach insgesamt zwei Wochen Surfen auf Sri Lanka fällt mein Fazit im Gegensatz zu vielen anderen Meinungen nicht allzu positiv aus. Das liegt natürlich vor allem daran, dass wir im Oktober und eben nicht zur optimalen Zeit dort waren und wirklich Pech mit den Wellen hatten. Mir hat das Surfen auf Sri Lanka einfach keinen Spaß gemacht und das ist in einem Surfurlaub der worst case. Zum anderen muss ich mich an das tropische Surfen wohl einfach noch gewöhnen und brauche ein bisschen mehr Zeit um Surfen im Bikini und in badewannenwarmem Wasser wirklich gut zu finden. Aber vielleicht wird das noch. Wer weiß, ich probiere Surfen auf Sri Lanka noch einmal zu einer anderen Zeit.