Nach dem Aufenthalt auf unserer Trauminsel, die der perfekte Start für unsere Reise war und die Messlatte für alle weiteren Ort, sowohl was Wellenqualität als auch Crowdfaktor angeht, sehr hoch gelegt hat, ging es für uns weiter nach Lombok.

In Indonesien mit dem Surfboard reisen

Inzwischen ist das Fliegen mit Surfboards in Indonesien sehr einfach geworden.

Die besten Deals und eine Übersicht über alle Flüge findet man bei Traveloka und Tiket.com. Deren Apps sind sehr gut und somit lassen sich auch vom Mobiltelefon aus sehr schnell und einfach Flüge buchen.

Folgende Airlines nehmen Boards zusätzlich zum Gepäck bzw. im inklusiv Gewicht mit (Stand Juni 2018):

  • Garuda, Lion Air, Air Asia, Nam Air, Sriwijaya Air, Silk Air, Singapore Airlines

Bei Wings Air zahlt man PRO Surfboard 15 USD. Wenn man mit zwei Brettern reist, verdoppelt dies den Flugpreis oft.

Wir sind diesmal mit Garuda von Medan über Jakarta nach Lombok geflogen.

In Jakarata konnten wir somit Nena einsammeln, die aus Deutschland kam und uns über die Pfingstferien auf unserer Reise begleitete. Dort haben wir uns dann auch mit weiteren Freunden verabredet, um gemeinsam die Insel zu erkunden. Für PH und mich bedeutete dies: zurück in die Zivilisation.

Lombok – Surfen und Me(e)hr

Wie ich im letzten Eintrag erzählte, habe ich mich bei unserem vorherigen Stopp verletzt.

Rinjani Volkauntour – Sonnaufgang mit Blick über Lombok

Daher hatte ich Zeit mit meinem Spezl Pipo die restlichen Attraktionen von Lombok zu erkunden. Als wir ankamen, ist dieser gerade von der dreitägigen Rinjani Vulkantour zurückgekommen. Seinen Berichten zufolge und meinen Erfahrungen aus 2011 ist so ein Sonnenaufgang auf einem Vulkan, von dem man die ganze Insel überblicken kann, definitiv ein ganz besonderes Erlebnis. Die Tour ist dabei nicht zu unterschätzen, festes Schuhwerk und Jacke sind Pflicht. Die Tour kann man vor Ort über die Unterkunft oder bei den vielen Tourenanbietern in Kuta. Handeln ist wie immer erlaubt.

Für den vereinbarten Tag wird man dann von einem Fahrer abgeholt, zum Fuße des Rinjani gebracht und besteigt dann in zwei Tagesetappen den Gipfel. Am dritten Tage steigt man wieder ab und wird von einem Fahrer zurück nach Kuta in seine Unterkunft gebracht.

Kuta Lombok – Surfer-Vibe und Muezzin

Kuta hat sich nach meinem letzten Besuch mit Aiko 2015 ziemlich verändert. Was früher ein verschlafenes, kleines Surfer-Nest war, ist inzwischen zu einem Surf-, Backpacker und Yogamekka geworden.

Wo wir vor drei Jahren noch an leeren Stränden mit ein paar Strohhütten vorbeikamen, befinden sich inzwischen mehrere Warungs und jede Menge Strandliegen.

Besonders schön und gut zum Baden sind dabei die Strände Tanjung An und Air Guling. Ebenso ist in Mawi ein kleiner idylischer Strand, bei dem jedoch bei Ebbe das Baden durch das freigelegte Riff schwierig wird.

Inzwischen gibt es in Kuta auch ein ausgeprägtes Nachtleben. Abends trifft man die Sonnenanbeter und Surfer in den verschiedenen Open-Air Bars von Kuta. In der BusBar in der Ortsmitte herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre. Besonders mittwochs und samstags geht hier die Post ab, aber eigentlich ist immer was los. Ebenso ist die Pizza aus dem Steinofen sehr zu empfehlen. Anschließend kann man zum Beispiel in die Surfers Bar eine Straße weiter ziehen. Im Ashtari und einigen weiter Locations gibt es im Wechsel auch sogenannte FreeFlow Events wo man für 20€ den ganzen Abend an Bier und Wein trinken kann. Diese Partys findet man ganz leicht über Facebook.

Kuta, Lombok erinnert mich irgendwie ein wenig an Canggu und die Bukit von vor 8 Jahren. Ich hoffe mal, dass der Partytourismus hier ausbleibt und Kuta, Lombok diesen relaxten Vibe behält.

Da wir im muslimischen Fastenmonat Ramadan da waren, wurden die Feieraktivitäten etwas eingeschränkt. Ruhiger wurde es aber aufgrund der nächtlichen Gebete der Muezzins nicht zwangsläufig. Wer also im Ramadan nach Lombok kommt, sollte nicht unbedingt Rambazama erwarten und besser keine Unterkunft neben einer Moschee buchen.

Unterkünfte für den Surftrip nach Lombok

Da wir eine größere Gruppe waren, haben wir uns für die erste Woche die Santai Villa etwas außerhalb gemietet. Diese liegt am Rand der Stadt, oberhalb eines Flusstals mit einem wunderschönen Blick ins Grüne. Für Einzelreisende und Backpacker, die schnell Anschluss zu anderen Reisenden finden wollen, lässt sich das Pipes Hostel empfehlen. Das Pipes ist ein wunderschönes Hostel mit hilfsbereitem Personal, sauberen Zimmern inkl. Klimaanlage und einer Skatebowl.

Für alle Yogis unter euch ist das Mana Yoga Resort zu empfehlen. Für jede Preisklasse ist von Privatvilla, Bungalows angeordnet in einer Grünanlage mit Pool als auch Mehrbettzimmern etwas dabei.

Kulinarisch steht Kuta, Lombok Bali inzwischen auch in nichts mehr nach.

Wer mal Bock auf ein anderes Frühstück als Pfannkuchen oder Eier hat, dem sei das El Basar mit seinem marokkanischen Flair ans Herz gelegt. In dem kühlen Hinterhof gibt es alles, von Smoothie Bowls bis Smashed Avocado. Der Laden gehört dem Marokkaner Larbi, der immer sehr hilfsbereit ist. Ihm gehören noch zwei andere Läden. Das Kenza direkt nebenan, was sich an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen von Kuta befindet. Von hier lässt sich bei dem besten Kaffee und Espresso der Gegend sowie ausgesprochen leckerem Kuchen das nachmittägliche Treiben im Dorf beobachten. Wer mal etwas Abwechslung von Nasi Goreng sucht, der kann gegenüber bei Burger und Salaten hervorragend Essen.

Die einheimische Küche besticht durch die vielen Grillstände an der Straße, bei dem sich aus dem tagesaktuellen Fang von Mahi-Mahi bis Riesengarnelen alles frisch zubereiten lassen kann.

Yoga auf Lombok

Da ich aufgrund meiner Verletzung nicht Surfen konnte, habe ich mir als alter Yogihase, hahahaha, natürlich das Yogaangebot der Insel angeschaut. Das Angebot ist sehr groß. Neben dem Mana Yoga ist auch das Angebot von Ashtari Yoga, das auf einem der Hügel rund um Kuta liegt zu empfehlen. Ein Teil der Stunden finden im Kuta Cabana statt. Beide haben einen wunderschönen Ausblick auf die Bucht von Kuta. Man kann von Drop-In Stunden für 6€ bis zu All-you-can-Yoga Monatspässen für 50€ aus verschiedenen Angeboten wählen.

Von Hati, Surfers Yoga über Yin als auch Vinyasa Flows ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer Lust auf Acro Yoga hat, kann am kostenlosen Acro Jam jeden Samstag Nachmittag teilnehmen. Aufgrund der wunderschönen Lage der Studios und der kleinen Gruppengröße macht Yoga auf Lombok superviel Spaß und bietet eine perfekte Ergänzung für jeden Surfer um sich nach anstrengenden Sessions zu erholen.

Unterkünfte in Ekas – Lombok

In der zweiten Woche haben wir uns aufgrund der Wind- und Wellenvorhersage in Ekas eingebucht. Dort gibt es im Grunde nur zwei Optionen: Das Heaven on the Earth ab 180$/Nacht oder die Tira Villa Bungalows für 15$/Nacht. Dreimal dürft ihr Raten, wo wir genächtigt haben. Die Bungalows sind zwar sehr Basic aber für den Preis in Ordnung. Das Essen und Frühstück war gut, vor allem das Curry ein Gedicht. Aber da der Kühlschrank kaputt war, wurde jede Zutat einzeln aus dem Dorf geholt. Ein strategischer Bestellvorgang war somit sehr vorteilhaft. Der Aufenthalt hier hat sich auf jeden Fall gelohnt. Den weißen Sandstrand mit kristallklarem Wasser, der sich an den Füßen der Steilklippen der Ekas Bucht befindet, hat man den ganzen Tag für sich alleine. Bei Ebbe kann man den Affen beim Plündern des Riffs zusehen.

Zusatz: Visum für Indonesien

Wer wie wir längere Zeit in Indonesien verbringen möchte, hat im Grunde zwei Möglichkeiten:

Die Komfortabelste ist das Visa vorab in Deutschland zu beantragen. Dort kann man sich eine Aufenthaltsgenehmigung bis zu 6 Monate holen.

Alternativ beim Einreisen, muss das Visa on Arrival für 25€ in BAR! gekauft werden. Dieses kann man nach dem Ablauf von 30 Tagen um weitere 30 Tage verlängern. (Passiert man die Einreise ohne zu bezahlen, muss man nach 30 Tagen ausreisen und neu einreisen, Billige Flüge gibt es aber sowohl nach Singapur als auch Kuala Lumpur)

Wenn man sein Visum dann verlängern möchte, muss man zu einem Kantor Imigrasi vor Ort gehen. Der Vorgang ist im Grunde sehr einfach jedoch sehr zeitintensiv.

Man muss einmal hin um die Verlängerung zu beantragen und seinen Pass abgeben. Man braucht dazu auch ein gültiges Ausreiseticket. Ein zweites Mal zwei Tage später muss man seine Fingerabdrücke abgeben. Wenn man am zweiten Tag vor 12 Uhr seinen Fingerabdrücke abgibt, darf man seinen Pass am selben Tag drei Stunden später um 15 Uhr abholen. Für diesen Vorgang muss man eine Bearbeitungsgebühr von 400k IDR ca. 25 € leisten. Beachtet auch noch das die Kleiderordnung auf indonesischen Ämtern sehr streng ist. Lange Hose und geschlossene Schuhe sind Pflicht, sonst wird man nicht eingelassen.

Den Aufenthalt auf einem indonesischen Amt ist mit einem deutschen jedoch nicht vergleichbar. Normalerweise verbringt man 3-4 Stunden mit warten. Möchte man sich den ganzen Aufwand sparen, kann man einen sogenannten Visaservice beauftragen. Dieser kosten 45€ und erledigt alle Aufgaben für einen. Man muss dennoch einmal aufs Amt um seine Fingerabdrücke abzugeben. Auf Lombok befindet sich das Amt in Mataram, in Bali seit Kurzem in Jimbaran aber auch in jedem anderen Bezirk von Indonesien kann man ein Kantor Imigrasi finden.

Aber neben den ganzen Trubel von Kuta und auf Amt und im Nachtleben, waren wir natürlich hauptsächlich Surfen. Mehr zum Surf dann in Folge 4, Surfen in Lombok