Nachdem sich meine Cuts nun langsam geschlossen hatten, konnte ich PH endlich wieder ein paar Wellen wegschnappen. Wir haben sowohl den Süden als auch den Osten der Insel.

Im Westen waren wir jedoch nicht. Die Hellmen unter euch kennen natürlich den dortigen Desert Point. In der Trockenzeit, die normalerweise im Mai beginnt und bis August dauert, rauschen in Indonesien die großen Swells durch. Dies gepaart mit den hier Offshore blasenden Tradewinden, die aus Südosten kommen, feuert die weltbekannte Barrel in dieser Zeit regelmäßig.

Aber durch die zerklüftete Küstenlinie im Süden von Lombok und die geschützten Buchten, findet hier von Anfänger bis Fortgeschrittener jeder die perfekte Welle.

Wann kann man gut auf Lombok surfen?

Die Surfzeit in Lombok lässt sich in zwei Saisons unterteilen.

Die Hauptsaison von September bis April, in der kaum Wind herrscht und der Swell meist aus nördlicher Richtung kommt und die Trockenzeit, in der die starken Tradewinde aus Südosten blasen und neben Desert Point nur noch wenige Spots surfbar sind.

Surfspots Lombok: Intermediates Dream

Surfen in Grupuk

Grupuk ist der Spot für alle Anfänger und Intermediates und funktioniert ganzjährig bei allen Windrichtungen. Die drei Wellen befinden sich in einer geschützten Bucht 20 Minuten östlich von Kuta und sind nur per Boot erreichbar. Für 3 € fahren einen die einheimischen Fischer zur Welle.

Die Hauptwelle, die tief in der Bucht liegt, ist Grupuk Inside. Sie funktioniert bei allen Gezeiten. Bei Ebbe bricht sie etwas hohler und bowlt sich schön ums Riff. Bei Hightide ist sie etwas flacher, aber dafür taucht eine linke Welle auf.

Alle Anfänger, denen es dort noch zu groß ist, können sich in DonDon vergnügen.

An kleineren Tagen kann man sich zur Outside fahren lassen. Diese sollte aber nur bei wenig Wind und aus nördlicher Richtung angesteuert werden.

Air Guling ist eine wunderschöne rechte Welle und funktioniert am besten in der Hauptsaison. Sie befindet sich 10 Minuten westlich von Kuta. Vom Strand aus paddelt man durch den Channel möglichst nah am Riff, wo die Strömung am größten ist, ins Line Up.

Möchte man wieder an Land gelangen, kann man das Weißwassertaxi im liegen nehmen.

Da sich das Weißwasser aber auf dem Weg über das Riff in die Bucht immer wieder aufbaut, muss man versuchen ständig sehr stark mit zu paddeln, sonst verliert man schnell sein Taxi. Am besten zielt man auf die drei Steine am linken Rand der Bucht. Einfach die Kids beobachten, den Dreh hat man sehr schnell raus.

Mawi Lombok – Swellmagnet

Weiter westlich befindet sich Mawi. Diese Welle ist der Swellmagnet der Insel und sollte immer bei kleinen Swells angesteuert werden. Während der Trockenzeit ist dies der beste Spot, da die Trades hier Offshore blasen. Die Welle eignet sich bei Hightide für Fortgeschrittene und ist etwas flacher. Bei Lowtide wird das Wasser über dem Riff sehr flach und die Welle beginnt hohler zu brechen. Der Takeoff wird schwieriger, aber dafür kann man sich hier das ein oder andere Cover sichern.

Ekas Inside und Outside

Im Osten der Insel befinden sich Ekas Inside und Outside. Die Wellen liegen am Fuße hoher Cliffs. Daher sind sie von den Trades geschützt, die ebenso Offshore blasen. Der Spot lässt sich somit ganzjährig Surfen. Von Kuta aus erreicht man tagsüber per Boot aus Awang die Spots. Durch die große Entfernung zu Kuta ist der Crowdfaktor hier schon geringer. Wohnt man in Ekas, surft man abends die Welle meist alleine.  Die Inside bricht am besten bei Lowtide mit einer punchy Rechten, die bei Ostwind barrelt. Nach links bricht ein Welle mit einer großen Schulter, in die man zahlreiche Carves setzen kann. Sie endet in einem tiefen Channel und der Weg zurück zum Peak ist durch die Strömung sehr leicht. Mit auflaufendem Wasser verliert auch diese Welle an Power und sie eignet sich besser für Intermediates und Anfänger.

Tipp (Shaper auf Lombok): Wer sich mal von einem echten hawaiianischen Urgestein ein Board shapen lassen möchte, hat in Lombok die einmalige Möglichkeit. Der Shaper John Kelly hat sich dort niedergelassen. In der Trockenzeit verbringt er seine Zeit bei Benko Benko, wie die Einheimischen Desert Point nennen. In der Regenzeit ist er in Kuta anzutreffen. Der Kontakt kann bei Bedarf vorab hergestellt werden oder man fragt sich vor Ort im Dorf nach ihm durch.

Wie verändert sich das Surfen auf Lombok?

Lombok ist aufgrund genau dieser Vielfalt kein Geheimtipp mehr und wer leere Lineups sucht ist hier definitv am falschen Ort. Es kommt außerdem hinzu das die Locals oft reindroppen. Dies geschieht vor allem in Grupuk. Die Bootsführer, die einem zum Spot fahren surfen oft selbst und teilen ihre Welle nicht besonders gerne.

Neben diesen Spots gibt es natürlich noch zahlreiche weitere, die sich erkunden lassen. Dies ist inzwischen leider auch nötig. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Zahl der Surfer nochmal deutlich erhöht. Wir hatten dennoch einige gute Surfsessions hier auf Lombok. Die Bilder davon möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Unsere Zeit auf dieser Insel hier ging leider auch schneller vorbei als gewünscht. Nena und Pipo verabschiedeten sich am Ende der Ferien leider von uns und für den Rest der Gruppe ging es weiter zu einem meiner Lieblingssurfspots. Lakey Peak auf Sumbawa. Der Ort hat alles um ein echtes Surfparadies zu sein, aber dazu mehr in der nächsten Folge.