Magicseaweed und andere Webseiten stellen dir täglich den aktuellen Surf-forecast für deinen Spot zur Verfügung. Doch wie genau ist der forecast zu deuten? Hier erfährst du mehr, wie du den Surf-forecast lesen kannst.

Der frühe Vogel surft die besten Wellen oder so ähnlich. Ärgerlich nur, wenn du dich in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett gekämpft hast und von wilden schwabbeligen Wellen überrascht wirst. Um genau das zu vermeiden, zeige ich dir hier, wie du den Surf-forecast auf Magicseaweed lesen kannst, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Spot zu sein.

Welche Informationen gibt dir der Surf-forecast auf Magicseaweed?

Auf magicseaweed.com wählst du deinen Spot ganz oben in der Navigationsleiste aus. Zuerst erscheint als eine allgemeine Beschreibung des Spots in Textform. Die schwarzen Icons unter der Überschrift „About Banana Point“ erklären dir, um was für eine Art Spot es sich handelt. Ist es ein Beachbreack, ein Riff, wie ist der Untergrund beschaffen? Aus welcher Richtung muss der Swell optimalerweise kommen? Bei welcher Wellengröße läuft der Spot? Wenn du dir nicht sicher bist, was die Symbole bedeuten, fahre mit der Maus drüber, dann erscheint die Beschreibung.

Was du außer den generellen Eigenschaften des Spots noch ablesen kannst, ist die Gezeit oder auch Tide genannt. Du siehst also genau wann Ebbe und wann Flut ist, das solltest du in deine Surfplanung mit einbeziehen.

Surf-forecast lesen

Wir sind heute am Banana Point in Marokko, ein schöner Pointbreak unweit von Tamraght.

  • Wellenhöhe
  • Swellrichtung
  • Periode
  • Windstärke
  • Windrichtung
  • Gezeit/Tide

All diese Werte sind wichtig für dich, um deine Surfsession so gut wie möglich zu planen und den Spot auszuwählen.

In der Spalte ganz links siehst du die Uhrzeit. Gleich daneben findest du den ersten aussagekräftigen Wert, die Brandung. Sie gibt die Höhe der brechenden Wellen an. Das ist ein erster Indikator für einen guten Surf. In der dritten Spalte bewertet magicseaweed anhand eines Algorithmus aus den verschiedenen Faktoren die Wellen und gibt eine Einschätzung in Sternen an. Ganz nett, aber verlasst euch da nicht drauf. Ein fünf Sterne forecast muss in der Realität nicht zwingend super sein.

Die nächste Spalte ist für uns sehr interessant. Hier wird die Hauptdünung mit der Periode angegeben. Nachdem die Wellen, meist durch Wind, weit draußen auf dem Meer entstanden sind, legen sie einen weiten Weg bis zu unserem Spot zurück. Auf diesem Weg haben sie Zeit sich zu ordnen. Je weiter die Wellen wandern desto geordneter erreichen die Wellen die Küste. Die Zahlen auf Magicseaweed geben konkret an, wie hoch die Dünung ausfällt. Sprich, wie hoch die Wellen sind und in welchem Abstand sie einlaufen. In unserem Fall haben wir mittags eine Dünung von 1,6 ft mit einer Periode von 11s. Generell sagt man, je höher die Periode, desto geregelter laufen die Sets ein. Es gibt nicht dieses wilde durcheinander an Wellen. Doch aufgepasst, mit einer größeren Periode werden auch die Wellen höher. Hätten wir also den gleichen forecast oben mit einer Periode von 20 s, bleibt es nicht bei einer Wellenhöhe von 1,6ft. Es wird dann deutlich höher. Behalte das also immer mit im Auge.

In der Regel kannst du dir Folgendes merken:

kurze Periode: unter 7 Sekunden, hier heißt es „paddle hard“. Oft ist eine kurze Periode zusätzlich mit kräftigem Wind verbunden.

mittlere Periode: bei einer Periode um die 10 Sekunden kann man sich im Normalfall auch auf die angegebene Dünung verlassen. Die Wellen hatten Zeit sich einigermaßen zu ordnen.

hohe Periode: ab 14 Sekunden Periode, „Lines approaching“. Die Wellen kommen in sauber geordneten Linien herein gelaufen. Aber Achtung, die Dünung wird vielleicht höher als angegeben ausfallen.

In der Spalte der Periode wird zusätzlich noch die Richtung der Dünung angeben. Passt diese Richtung noch ungefähr zu dem, was der Spot gerne hätte, steht einem Surf nichts mehr im Weg.

Sekundäre Dünung

Manchmal hat man das Pech oder Glück, dass eine zweite Dünung hinzukommt. Ist sie aus derselben Richtung wie die Erste, kann das durchaus gut sein und zu höheren Wellen führen. Die Swells verbinden sich. Bei einer anderen Richtung sieht das oft anders aus. Es wird insgesamt ungeordneter und unruhiger.

Als letzten wichtigen Faktor zeigt die Magicseaweed den vorhergesagten Wind und die Richtung an. Natürlich ist es für dich als Surfer besser, es ist wenig Wind und wenn, dann lieber Offshore als Onshore. Lies hierzu auch den Beitrag – Offshore des Surfers Liebling. Das hält die Wellen unter Umständen länger offen und drückt sie nicht von hinten platt.

Alles in allem sind das die wichtigsten Faktoren, die du zum Lesen des Surf-forecasts wissen musst. Allerdings ist das alles nur Theorie und kann dir einen ersten Eindruck verschaffen. Wie es dann am Spot tatsächlich aussieht und was bestimmte Werte für den Spot wirklich heißen, lernst du mit ein bisschen Erfahrung und Beobachtungen. Es ist immer gut, sich vor jeder Session ein wenig Zeit zu nehmen und die Wellen zu studieren, so kannst du den Surf-forecast nach und nach besser einschätzen.

Wenn du dir unsicher bist, spreche mit einheimischen Surfern oder mit Leuten direkt am Spot. Sie geben dir sicher gern den ein oder anderen Tipp, zu welcher Gezeit es am besten ist oder wie die nächsten Tage aussehen. Vor deiner Reise kannst du dich auch im Stormrider schlaumachen, welcher Spot zu welcher Gezeit am besten läuft. Den Guide gibt es für die verschiedensten Regionen und gibt dir eine Übersicht. Jedes Kapitel geht mit allgemeinen Informationen zur Region los und führt dich dann durch die verschiedenen Spots mit Tipps, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist.