Vulkanausbruch auf Bali? Flugausfälle und komplettes Chaos? Dann machen wir es uns eben auf Java gemütlich!! Äußere Umstände haben unseren Indo Surftrip in neue Wege geleitet. Aus Lombok und Bali wurde Java und wir sind drei Wochen durch West Java gesurft. Im Nachhinein betrachtet war das ein Glücksgriff.

 

Surfen auf Java: Leere Lineups, gute Wellen, nette Leute

Java war für mich ein kompletter Surftrip. Wir sind am 19.10.2017 um 18 Uhr in Jakarta gelandet und am nächsten Morgen um 06:00 Uhr waren wir in den Wellen und haben uns einen Spot zu zweit geteilt. Wir waren nicht am beliebtesten Spot der Region, aber die Wellenqualität war gut und wir hatten Schwierigkeiten keine Wellen durchzulassen – die Ausdauer hat uns noch einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Das war unser positiver erster Eindruck vom Surfen auf Java und der sollte sich auch durch unseren Urlaub ziehen. Wir hatten selten viele Mitstreiter um Wellen. Der bekannteste Surfspot der Region Cimaja war morgens bei klasse Bedingungen auch noch in unserer Hand, bis die Einheimischen und vereinzelte Touristen sich zu uns gesellten. Zur Dawn Patrol waren wir vielleicht zu fünft, wenn die Bedingungen klasse waren. Mehr als 20 Surfer habe ich die gesamten drei Wochen über nicht im Lineup gesehen. Und das führt zu einer sehr lockeren und sogar hilfsbereiten Stimmung im Wasser. Die Einheimischen haben mir als Benny sogar die ein oder andere Welle angesagt, man hat sich gegenseitig angefeuert und bei einem gestandenen Air haben sich die Local Kids von uns feiern lassen. Doch auch außerhalb des Wassers waren die Indonesier hilfsbereit und als weißer Tourist war man fast noch eine Attraktion. Auf der Straße haben uns alle Kinder zugewunken, einige Einheimische wollten Bilder mit uns schießen und wir sind in diesem Urlaub bestimmt auf unzähligen Facebook-Profilen veröffentlicht worden :). Wir wurden zum Essen eingeladen, haben Mangos geschenkt bekommen und immer hilfsbereit umsorgt, wenn wir auch nur ausgesehen haben als könnten wir Hilfe brauchen.
Klar wir waren zu Beginn der Regenzeit unterwegs und deshalb haben wir auch den gesamten Urlaub über kaum ausländische Touristen getroffen. Ich habe Strichliste geführt und insgesamt in den drei Wochen 19 weiße Urlauber gesehen. Der inländische Tourismus ist aber auch nicht zu unterschätzen. An den Wochenenden treibt es alle Einheimischen aus Jakarta in die umliegenden Regionen – Verkehrschaos vorprogrammiert. Doch jetzt noch mal von vorne.

Anreise nach Java?

Unser Trip begann mit einem Gabelflug über Istanbul nach Jakarta. Praktisch daran war, dass wir uns in Istanbul treffen konnten und den Großteil der Reise miteinander antreten konnten. Mein Reisepartner kam nämlich aus Berlin und ich wohne in München. Außerdem lag der Preis für den Flug bei 550€ – wir dachten uns: So günstig kann man nach Indonesien fliegen? Dann nichts wie los. Der Flug dauert natürlich eine Weile, wir sind ja auch fast ans andere Ende der Welt geflogen. Mit ein paar Filmen und ein wenig Schlaf war das aber schnell geschafft.

Transportmittel in Jakarta

Wir haben es uns auf Anraten einiger Freunde gespart Jakarta anzusehen und dort länger zu bleiben. Nach einiger Recherche im Internet haben wir uns zudem entschieden, direkt einen Transport vom Flughafen in Richtung Cimaja zu buchen. Das hat uns umgerechnet ca. 60 Euro gekostet, also 30 Euro pro Nase. Natürlich geht es immer billiger, aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hätten wir es nie geschafft, am nächsten Morgen bereits im Wasser zu sein und zu surfen. Wenn ihr auch einen Transfer braucht, könnt ihr zum Beispiel unseren Kontaktmann Safari über WhatsApp anschreiben: +6285793577559. Der freut sich, spricht gutes Englisch und kann euch bereits Infos zur Region geben. Beim ersten Ausflug schenkt euch seine Frau wahrscheinlich noch keine Bananen aus dem heimischen Garten, aber er ist sehr freundlich und aufgeschlossen.

Unser Ziel war das Ocean Queen Resort in Cisolok – West Java. Das schöne Resort zwischen Reisfeldern und Meer ist für uns auch zur Homebase für unsere drei Wochen Urlaub geworden.

Fortbewegung in und um Cimaja

Wir sind in Indonesien und du brauchst einen Roller mit Bikerack. Anders geht das fast nicht. Wir haben die Roller für ca. 4 Euro pro Tag bekommen und hatten nie Probleme damit. Fragt einfach in eurem Hotel oder im Surfshop in Cimaja nach Rollern, da bekommt ihr schneller Angebote, als euch lieb ist. Mit dem Roller seid ihr beweglich und könnt alle Spots in der Region ansteuern. Alternativ kann man natürlich auch hier einen Transport mieten und sich kutschieren lassen. Bei längeren Trips kann das vielleicht Sinn machen. Wir haben uns zum Beispiel zum Turtle Beach fahren lassen.

Tipp: Wenn ihr nur einen Tagesausflug nach Sawarna machen wollt – macht einen Bootstrip und lasst euch noch bei einem anderen unbekannten Spot, der nur über den Seeweg erreichbar ist, vorbeifahren. Die Fischer kennen sich aus und freuen sich auf die Abwechslung. Der Trip ist das Geld in jedem Fall wert. Versucht in der früh zeitig loszukommen, Sawarna ist bereits früh am Tag viel Wind ausgesetzt.

Weiterreise von Cimaja

Wenn du Cimaja verlassen möchtest, kannst du zum Beispiel in Richtung Batu Karas aufbrechen. Hier rentiert sich eine Taxifahrt. Für gute Surfer geht es oft auch Richtung Palau Panaitan mit weltklasse Wellen. Hier kannst du die Fähre nehmen, genauso wenn du nach Sumatra übersetzen willst. Wenn du Richtung Ost-Java möchtest, solltest du einen Inlandsflug buchen. Die Flüge sind günstig und es gibt viel Auswahl, sodass du auch kurzfristig planen kannst.

Surf-Urlaub auf Java – Das solltest du beachten

Indonesien ist mittlerweile ein beliebtes Reiseziel. Du musst aber bedenken, dass du nach Java fliegst und nicht nach Bali.

Surf-Equipment

In Cimaja gibt es Surf-Stores. Aber bring unbedingt dein eigenes Brett mit. Du wirst dort nicht schnell das passende Board zum Kaufen finden. Auch macht es Sinn Ding-Repair einzupacken und vorher noch zu shoppen.

Reisezeit für das Surfen auf Java

Ähnlich wie bei den anderen indonesischen Inseln ist die Surf-Reisezeit für Java von April bis Anfang November. Das ist die trockenere Zeit. In den europäischen Wintermonaten ist auch in Indonesien Regenzeit. Hauptreisezeit für Surfer sind August und September. Hier ist es sicher etwas voller. Wir waren im Oktober vor Ort und es waren nicht immer die höchsten Wellen, die wir je gesehen haben. Die Wellenqualität war trotzdem klasse und wir sind voll auf unsere Kosten gekommen. Wir haben von komplett sonnigen Tagen bis zu total verregneten Tagen alles gehabt – Swell gab es jedoch in den drei Wochen immer.

Reiseunterlagen

  • Ein Visum braucht man als Deutscher nicht.
  • Du brauchst einen gültigen Reisepass – wie immer mindestens 6 Monate nach Einreise.
  • Geld: Du solltest 2 Kreditkarten dabei haben, falls eine mal nicht geht oder gesperrt wird weil du zu oft versucht hast am Automaten abzuheben. Daheim habe ich mir kein Geld besorgt, sondern das erste Mal vor Ort am Flughafen. Die Gebühren hielten sich im Rahmen. Das Einzige was du noch beachten musst, ist die maximale Summe, die du abheben kannst. Wir mussten unsere Unterkünfte in der Regel in Cash bezahlen, sodass das Limit von 1.000.000 Rupiah nicht besonders viel Spielraum ermöglichte und wir teils 3 Mal hintereinander Geld abhaben mussten. So wurden wir erstmals in unserem Leben zum Millionär. Versuche dir die Auszahlung in 50.000er-Scheinen geben zu lassen, das macht den Einkauf auf der Straße leichter.
    Aktueller Wechselkurs: 1 Euro = 16.190,25 IDR
  • Ich würde dir raten, deine Dokumente gescannt in der Dropbox und als ausgedruckte Kopie mitzunehmen. Die Zettel schmeißt du in den Roller und das reicht in der Regel.
  • Internationaler Führerschein – ist von Vorteil. Du solltest unterwegs immer einen Führerschein vorzeigen können. Da ist der internationale Führerschein eine gute Option. So bietest du möglichst wenig Angriffsfläche.

Das solltest du sonst noch einpacken

Surfen in West Java – Cimaja

Wie oben beschrieben sind wir nach hin und her überlegen in Cimaja gelandet und haben uns wegen des Surfforecasts bzw. dem Wohlfühlfaktor länger in dieser Region aufgehalten. Für mich steht Cimaja für:

  • Gute Wellen
  • Einfach zu erreichende Spots
  • Layback Urlaubsflair, wenn man nicht in Cimaja Zentrum unterkommt
  • Erholsamen Surfurlaub

Cimaja ist ein Surferdorf in West-Java mit einigen klasse Wellen in kurzer Entfernung. Es gibt quasi alles, was das Surferherz begehrt. Auch Surfshops mit Reperaturservice findest du hier. Wir haben ein Brett zum Reparieren gegeben und für ein mittelgroßes Ding umgerechnet 3 Euro bezahlt – fragt die einheimischen Surfer einfach nach Bina 🙂 Es gibt Lokale mit europäischem Essen, die wir nie aufgesucht haben. Es gibt viele Warungs mit lokalen Spezialitäten und Essen anderer indonesischer Inseln. Und Java bietet so vieles mehr als nur Surfen. Du hast unzählige Entdeckungsreisen vor dir, wenn der Swell das zulässt.

Surf Spots West Java – Cimaja Area

Die Region bietet Spots für alle Könnensklassen, aber nicht bei kleineren Swells. Ich würde sagen, die Region ist optimal für Intermediates bis Profis. Vom sanften Riff bis zur barrelnden Tube gibt es in der Region viele gute Optionen und Wellen.

Cimaja Surf Spot

Cimaja selbst ist einer der konsistentesten Spots der Region. Cimaja ist eine klasse rechte Welle. An diesem Spot haben sich auch einige Unterkünfte angesiedelt, sodass du in Fußentfernung zum Spot schlafen, essen und hausen kannst. Je nach Budget kannst du den Cimaja Square, das Chill House oder den Cimaja Beach Club wählen. Ganz nach dem Motto: Surf, Eat, Sleep, Repeat. Der Spot ist ein Riff mit großen rundlichen Steinen on Top. Bei passenden Konditionen ist Cimaja ein guter Spot für Intermediates. Der Localism am Spot hält sich in Grenzen, du solltest dich aber an die Surf-Etiquette halten. Der Ein- und Ausstieg ist für Anfänger nicht ohne. Am besten geht ihr beim ersten Mal nicht alleine ins Wasser, sondern beobachtet andere beim Einstieg – dann habt ihr auch schnell den Dreh raus.

Sunset Beach – Karang Hawu

2 Fuß Swell – kein Problem. Bei kleinen Wellen werden die Beachbreaks der Region interessant. Sunset Beach und Karang Hawu bieten einige Peaks für diese Bedingungen. Die Strömung ist manchmal aber nicht ohne. Gezeit: High-Tide. Bei den passenden Bedingungen sind einige junge Locals im Wasser und auch die älteren Surfer der Region lassen sich oft blicken – gehen dann aber zur linken Welle direkt am Rivermouth.

Karang Haji – Legon Pari – Ocean Queen Resort

Unser Homespot – wir haben uns ziemlich genau einen Abend vor Abflug in das Ocean Queen Resort, nahe des Dorfes Cisolok, eingebucht. Dazu haben wir einen Flughafentransfer für 1 Million Rupiah gleich mit beauftragt. Das war unser rundum sorglos Ansatz für die ersten Tage unserer Reise. Wir wollten trotz Ankunft am Samstag um 18 Uhr Abends Ortszeit bereits am Sonntag früh im Wasser sein und die Wellen genießen. So ist es dann auch gelaufen und wir hatten klasse Bedingungen am kleinen Spot direkt neben dem Resort. Das Ocean Queen Resort war eine klasse Wahl und wir haben uns schwergetan uns wieder von dieser bequemen Unterkunft zu lösen. Wir hatten alles, was wir brauchten: Einen eigenen Bungalow mit Küche, direktem Zugang zum Strand und Meer, eine Terrasse zum Rückzug aus der Sonne, einen Pool, falls wir mal nicht genug vom Wasser bekommen haben und ein Restaurant, das extra für uns offen war.
Unsere Wahl: Das Ocean Queen Resort in Cisolok – West Java

Der Spot lief, wenn der Swell etwas höher war. Bei 3 Fuß war die Welle meist zu klein. Ein wenig kommt das aber auch auf die Swell-Richtung an, weil der Spot vor Swells geschützt ist. Die Welle ist ein Pointbreak und am Takeoff etwas schneller, ebbt dann aber etwas ab und ermöglicht das Üben von Manövern und Cutbacks. Sie ist eine gute Wahl für Anfänger, hat morgendlich aber auch seinen Reiz für Profis, weil der Spot bis 8 Uhr meist leer ist. Wir haben genau das genossen und uns teils die Seele aus dem Leib gesurft. Tipp: Direkt am Spot ist ein kleines Warung, mit klasse Nasi Goreng für wenig Geld.

 

Cikembang

Dieser Spot ist eine gute Alternative, wenn die anderen Spots zu viel Swell abbekommen und er ist absolut anfängertauglich. Der Spot ist ein Pointbreak und auf der Welle surfst du in Richtung Strand. Direkt am Spot ist ein schönes Resort. Wer sich bei hoher Brandung eine luxuriöse Auszeit nehmen möchte, ist hier gut aufgehoben – das Ketapang Resort, Cikembang – West Java. Wir haben diesen schönen Ort erst spät entdeckt und sind deshalb nicht mehr dorthin umgezogen. Beim nächsten Besuch mit Freundin und dem richtigen Swell absolut auf der To Do Liste.

Sawarna

Trip Richtung Westen. Klasse Welle mit Inside und Outside. Ich würde euch empfehlen einen Boottrip nach Sawarna zu machen. Die Anreise mit dem Roller ist auch möglich, kostet aber Zeit und Nerven. Chartert euch ein Fischerboot an einem der Häfen und lasst euch nach Sawarna bringen. Wichtig: Morgenstund hat Gold im Mund. Sawarna ist oft bereits am frühen Nachmittag zerblasen, deshalb solltet ihr zeitig starten.

Turtle Beach

Einen Ausflug wert! Turtle Beach hat uns leider nicht mit den Bedingungen erfreut, die wir erhofft hatten. Leider kam der Swell nicht wie erwartet an und wir haben uns die Zeit mit den Schildkröten vertrieben. Turtles ist ein Spot für gute Surfer. Du surfst direkt auf ein Riff zu und hast eine kritische Take-Off Zone. Der Take-Off muss sitzen und ein Wipeout kann ein paar Schrammen bedeuten. Wir sind am Turtle Beach im Batu Besar untergekommen: www.batubesar.net (Seite leider nicht mehr sicher / ssl-Zertifikat fehlt). Der Sohn der Besitzerin ist der einzige Local und gerade auf der Suche nach einem neuen Surfbrett – falls jemand etwas Älteres abzutreten hat. Die Unterkunft kann ich durchaus empfehlen, es gibt aber auch andere Optionen in der Region. Wer mehr Luxus möchte, findet sicher hier einige Optionen: Hotels in Pangumbahan – Turtles

Loji

Hier sind wir leider nicht gesurft, weil die Wasserqualität nicht so prickelnd ist. Besonders in der Regenzeit ist das für uns Europäer keine gute Wahl, die Welle kann aber klasse sein und Barrels produzieren. Das habe ich aber nur gehört und kann nichts Genaueres berichten.

Samudra

Beachbreak und endlose Weiten. Samudra bietet einen weiteren Strand der viele Peaks kreiert. Ich sag es euch wie es ist, wir sind hier nicht surfen gegangen. Das sah immer nach Arbeit aus und wir hatten auch eine zu lange Anreise für die Wellenqualität, die uns hier erwartet hat.

Hier findet ihr eine kleine Map mit den wichtigsten Surfsports der West-Java-Region.

 

Fazit: Für mich war der Surftrip nach Java genau das richtige. Ich bin die ersten paar Tage jeweils die Welle meines Lebens gesurft und das mit wenig Konkurrenz im Wasser. Darüber bietet Java noch viel mehr und du kannst neben Surfen richtig gut entspannen oder dir das Land ansehen. Langweilig wird dir auch an einem Layday nicht. Ich würde die Reise sofort wieder genauso machen und kann sie jedem empfehlen. Ich freue mich auf neue Abenteuer, komme aber vielleicht auch mal wieder nach Java zurück, wenn ich mir Sumatra anschaue.

 

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