Inside-Out? Beim ersten Mal quält man sich noch in den Neoprenanzug. Irgendwann wird er ein treuer Begleiter auf deinen Surftrips und deine zweite Haut. Doch was musst du beim Neoprenanzug-Kauf beachten?

In den richtigen Neoprenanzug gepellt

Das Erste was ich mir an Surfequipment gekauft habe ist ein eigener Neoprenanzug. Damals war es eine große Investition, aber mittlerweile ist er fast so etwas wie eine zweite Haut und das richtige Modell wirkt sich auf deine Performance in den Wellen aus.

Ich fühle mich in meinen Neoprenanzügen pudelwohl und weiß nicht, ob ich lieber in Boardshort und Lycra oder doch mit meinem 3/2er Neo surfe. Der Neopren bietet mir zusätzliche Sicherheit beim Surfen am Riff und es ist fast schon ein Ritual den Neopren in der Morgendämmerung überzuziehen und den Schlaf aus den Augen zu surfen. Ich würde mir jederzeit wieder einen eigenen Neo kaufen.

Brauchst du einen eigenen Neoprenanzug?

Ich bin geneigt diese Frage direkt mit „JA“ zu beantworten. Wenn du surfen willst, brauchst du einen Neoprenanzug. Aber die ersten Versuche im Surfcamp habe ich auch mit einem Leih-Neo gemacht. Dort ist der Neoprenanzug oft im Wochenpreis enthalten. Wenn du aber für die Leihe bezahlen musst, ist es fast schon eine Überlegung wert, sich einen eigenen zu kaufen. Das kostet dich ca. 10-15 € pro Tag. Rechne dir also aus, ob sich nicht doch auch beim ersten Surftrip bereits die Investition in einen Neoprenanzug lohnt. Ich liebe meinen eigenen Neoprenanzug und bin gerne dafür verantwortlich, ob hinein gepinkelt wird oder eben nicht 🙂 Im Optimalfall probierst du das Surfen an einem tropischen Ort, wo du keinen Neoprenanzug brauchst. Siehe hierzu den Themenbereich Wassertemperaturen.

Außerdem gibt es Neoprenanzüge der Mittelklasse bereits zu einem vernünftigen Preis und oft bekommst du einen gebrauchten Neo sogar noch los.

Neoprenanzug kaufen: Das musst du Schritt für Schritt beachten

Hier gehen wir die wichtigsten Punkte durch, die du beim Neoprenanzug-Kauf beachten musst. Das erste Kaufkriterium ist die Wassertemperatur bzw. wo du den Neo um welche Jahreszeit nutzen möchtest.

1) Wo und wann möchtest du surfen?

Das ist eine schwere Frage, vor Allem für Anfänger. Woher soll ich jetzt wissen, wann ich wo surfen gehen möchte? Das weiß ich jetzt oft immer noch nicht. Aber realistisch ist, dass du einen Neoprenanzug für Europa brauchst. Da ist ein 3’2 er eine gute Wahl und ein Modell, dass etwas wertiger ist, damit du es auch im etwas kälteren Wasser aushälst. Wenn du deinen nächsten Trip geplant hast, kannst du dir auch den passenden Anzug für die dortigen Wassertemperaturen kaufen.

Auf Wannasurf findest du die Wassertemperatur für dein nächstes Reiseziel und welchen Neo du dort brauchst.

2) Wie dick und lang soll mein Neoprenanzug sein?

Die Frage ist eigentlich nicht, wie dick der Neoprenanzug sein soll, sondern wie warm bzw. kalt das Wasser ist, in dem du ihn nutzen möchtest. Dein Neo soll dich warm halten, aber nicht ins Schwitzen bringen. Deshalb ist es wichtig, neben der Dicke, die Länge des Anzugs passend zu wählen.

Neopren-Länge

Surf-Neoprenanzüge gibt es in allen Farben und Formen. Bevor wir auf die Dicke des Anzugs eingehen – hier eine kurze Auswahl an Bezeichnungen:

  • Shorty: Kurze Ärmel – kurze Beine (gibt es auch teils mit langen Ärmeln)
  • Longjohn: keine Ärmel – lange Beine
  • Short Sleeve: Kurze Ärmel – lange Beine
  • Fullsuit bzw. Steamer: Lange Ärmel – lange Beine
  • Hooded Fullsuit: Lange Ärmel – lange Beine – integrierte Haube

Je nach Wassertemperatur wählst du die Dicke und den Typ des Neoprenanzugs.

> 20-22°C Shorty oder Boardshort

Bei mehr als 20° Wassertemperatur reicht der Shorty aus. Shortys sind meistens 2‘2 dick und haben kurze Arme und Beine. Es gibt aber auch Varianten mit langen Beinen und kurzen Ärmeln oder umgekehrt.

Wenn es sehr warm ist, kannst du auch in Boardshorts und Lycra surfen. Ich selbst habe immer mindestens Boardshorts und ein Lycra an, weil es einen UV-Schutz bietet und ich mich nicht ständig eincremen muss.

Hierzu schreiben wir noch den Beitrag: Welche Boardshort zum Surfen? und Der perfekte Surfbikini

16-22°C –> 3/2 Neoprenanzug

Hier steht die 3 für die 3 Millimeter Dicke am Rumpf bzw. Körper und die 2 für 2 Millimeter Dicke an Armen und Beinen. Nicht jeder 3/2er Neo ist gleich warm. Einige sind noch mit extra warmem Material gefüttert, andere nicht. Wenn du noch keinen Neoprenanzug hast und nicht genau weißt, wo dein nächster Trip hingeht, lege dir einen 3/2er zu. Damit bist du an den meisten Surf-Spots gut bedient und jeder Surfer braucht einen 3/2er im Schrank.

12 – 17°C –> 4/3 Neopren + Booties

Bei Temperaturen zwischen 12 und 17 Grad ist ein 4/3er Neoprenanzug die richtige Wahl. Außerdem macht es Sinn Booties anzuziehen, wenn du eine längere Surfsession planst.

9 – 13°C –> 5/3 oder 5/4 Neopren + Booties + Kapuze

Unter 13 Grad wird der 5/3er bzw. 5/4er Neoprenanzug interessant. Das hast du zum Beispiel im Herbst an der Nordsee.

unter 9°C –> 6/4 Neopren + Booties + Kapuze

Du bist Kaltwasser-Junkie, möchtest im Winter in der Isar surfen oder wie Mick Fanning unter den Nordlichtern, dann brauchst du einen Fullsuit mit Haube sowie Neoprenschuhe.

3) Backzip, Frontzip oder Zipperless?

Der Zip oder Zipper ist der Reißverschluss. Die drei Begriffe beschreiben die Position des Reißverschlusses bei deinem neuen Neoprenanzug. Jede Verarbeitungsart hat seine Vorteile. Aber es zählen auch die eigenen Vorlieben eine Rolle. Preislich ist der Backzip meist am günstigsten.

Backzip Neoprenanzug: Wie der Name schon sagt, ist der Reißverschluss bei diesen Neoprenanzügen am Rücken. Wenn du den Neo vorne zumachen kannst, hast du etwas falsch oder alles richtig gemacht, weil jeder zu Beginn auch mal einen Fehler machen darf. Backzips haben ein Band am Reißverschluss, mit der du ihn hoch und runter ziehen kannst. Ich finde das ein wenig umständlich und würde, wenn möglich, eine der anderen beiden Varianten nehmen. Auch geht beim normalen Backzip mehr Wasser über den Hals in den Neoprenanzug. Das ist im kalten Wasser nicht optimal und du brauchst früher einen dickeren Anzug.

Frontzip Neoprenanzug: Beim Frontzip ist der Reißverschluss vorne. Dazu ziehst du zuerst den Neopren bis zum Hals an. Vor dem Sprung ins Wasser ziehst du dann das Kopfteil über und kannst den Reißverschluss vorne zumachen. Das finde ich angenehm, auch wenn bei meinen langen Haaren das ein oder andere Haar ausgerissen wird. Der Frontzip lässt weniger Wasser rein und hält länger warm.

Zipperless Neoprenanzug: Der Zipperless hat gar keinen Reißverschluss. Die Anzüge gibt es noch nicht so lange. Sie sind sehr praktisch. Mein neuer Neopren von Quicksilver hat keinen Zipper und ich bin sehr zufrieden damit. Anziehen lässt er sich fast wie ein Frontzip.

Welche Größe brauchst du für deinen Neoprenanzug?

Das Wichtigste beim Neoprenkauf ist, dass er dir gut passt. Nach einer Weile hat jeder einen Neo gefunden, der ihm einfach taugt. Bei dem weißt du, welche Größe dir passt und du musst ihn nicht mehr anprobieren beim Kauf. Das spart dir die eine oder andere Schweißperle. Aber bis dahin ist es ein schwieriger Weg, denn du musst einige Modelle probieren.

Dein Neoprenanzug muss dir wie eine zweite Haut passen und wenn du ihn das erste Mal probierst, wirkt er dir definitiv zu eng. Fühlst du dich wie in eine Wurst gepellt, dann ist es vielleicht die richtige Größe.

Hier findest du die Neoprenanzug Größentabellen nach Herstellern.

Die Größentabellen nach Neopren-Marke

Nach den Herstellergrößen zu gehen ist sicherlich eine gute Wahl. Trotzdem musst du den Neoprenanzug unbedingt probieren. Vielleicht bestellst du ihn dir in zwei Größen und schickst die eine wieder zurück oder du probierst erst im Geschäft, bevor du online bestellst. Es gibt für jede Körperform das richtige Modell.

Wie finde ich heraus, ob mir der Neoprenanzug passt?

Dazu musst du ihn fast testen, aber diese Kriterien helfen dir beim ersten Kauf. Dein Neo passt, wenn

  • du kaum in den Anzug hineinkommst und dich das schon ins Schwitzen bringt
  • er keine einzige Falte wirft (checke vor allem die Kniekehlen und unter den Schultern)
  • du deine Arme trotzdem gut bewegen kannst
  • er dir nicht die Luft zum Atmen nimmt – ein beklemmendes Gefühl solltest du nicht haben.

Vorsicht: Die etwas teureren Materialien weiten sich nach einer Woche tragen um fast eine ganze Größe. Er muss also so eng sitzen am Anfang.

5) Wo soll ich den Neoprenanzug kaufen?

Ich kaufe mir Neoprenanzüge oft vor Ort, nach dem Motto support the local surfing scene. Aber ich habe auch schon online bestellt, weil ich einen neuen Anzug gebraucht habe oder er günstig war. In manchen Regionen ist die Surf-Infrastruktur nicht so richtig gegeben und es gibt keinen Shop oder keine Auswahl an Neoprenanzügen. Dann musst du dir vorher einen Neopren besorgen.

In diesen Shops kannst du dir deinen neuen NEO pünktlich vor dem Surftrip schicken lassen:

 

 Amazon

Planet Sports

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Standard: ab 29 Euro kostenfrei (Versand über Amazon.de)

je nach Händler: ​(wenn Versand nicht über Amazon.de)

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Meine Neopren-Auswahl

Neoprenanzüge

Ich habe einen guten 4/3er für die kälteren Tage. Einen relativ durchgenudelten 3/2er und einen neuen 3/2er Neopren. Mit diesen drei Neoprenanzügen komme ich auf Reisen gut zurecht. Der 3/2er ist eigentlich immer mit dabei. Egal ob im September in Spanien und Frankreich oder im April in Marokko. Ein guter 3/2er kann wirklich für die Range von 16 bis 22 Grad genutzt werden und ich als Warm-Wasser-Surfer fühle mich da am wohlsten. Klar habe ich noch einen 5/4er mit Kapuze im Schrank, aber den nutze ich eigentlich selten und bisher hauptsächlich am Bach in München.

Ich habe bereits Billabong, O’Neil, XCEL, RipCurl und Oakley Neoprenanzüge probiert und finde viele Marken klasse.

Hier eine Auswahl an Neoprenanzügen die wir getestet haben:

 

XCEL Infinity Comp Frontzip FullsuitXCEL AXIS X Frontzip 4/3 FullsuitQuiksilver
Highline 3/2mm Zipperless
RIPCURL Flashbomb 3/2 und 4/3
Dicke3/2 und 4/34/33/23/2 und 4/3
Wassertemperatur13-18° und 11-14°11-14°13-18°12-18°
TypFullsuit – FrontzipFullsuit – FrontzipFullsuit – Zipperless oder FrontzipFullsuit – Zipperless oder Frontzip
Preisca. 220€ (je nach Dicke)ca. 240€ca. 300€ca. 420€
Erfahrungenmit den XCEL Wetsuits bin ich generell sehr zufrieden

  • Gute Verarbeitung
  • Gute Passform
  • vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis
mein aktueller 4/3er ist auch von XCEL – wie gesagt mag ich die NEOs einfach

  • Der Axis hält schön warm
  • erhält die Bewegungsfreiheit
  • ist gut verarbeitet
  • und hat ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis
mein neuester NEO ist Zipperless und von Quicksilver

  • Schnell trocknendes Material
  • Gute Verarbeitung
  • Verstärkt an den Knien (hier hatte ich früher teils Probleme mit Rashs)
für viele der beste Neo, den es gibt

  • trocknet ultra-schnell
  • hält warm
  • ist angenehm stretchig
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6) Pflege: Neoprenanzug waschen und trocknen

Salzwasser ist eigentlich Gift für Neopren. Deshalb musst du deinen Neoprenanzug nach dem Surfen mit Süßwasser auswaschen – ich mache das mindestens jeden Abend nach der letzten Surfsession 🙂

Ab und zu solltest du deinen Neo komplett reinigen. Dazu solltest du spezielles Neopren-Waschmittel verwenden. Ein bekannter Hersteller nennt sein Waschmittel sogar Piss Off, aber auch wenn du nicht in den Neo pinkelst, lohnt sich die Wäsche. Ich hab einen alten Neoprenanzug auch schon mal im Wollwaschgang in die Waschmaschine gesteckt, wenn du deinen neuesten wäschst, solltest du das aber per Hand und zur Not in der Badewanne machen.

Gute Handhabung deines Neoprenanzugs sorgt dafür, dass du ihn länger nutzen kannst. Dazu zählt neben dem Waschen auch das Trocknen des Neos. Da gibt es bestimmte Kleiderbügel, die du für deinen Neo nehmen kannst, ist der Kleiderbügel zu kantig hinterlässt er Spuren im Neopren. Bei guter Pflege hast du lange Spaß an deinem Anzug.

Diese zwei Gadgets kannst du auch bei Amazon bestellen

Piss off NeoprenwaschmittelNeoprenanzug-Kleiderbügel

Fazit: Der erste Neoprenanzug ist nach meiner Ansicht ein 3/2er Neopren mit Frontzip-Verschluss im mittleren Preissegment. Farbe und Style spielen sicher auch eine Rolle, aber am wichtigsten ist die richtige Passform. Wenn der Neo sitzt, reibt nichts und es kommt kein Wasser hinein.