Du möchtest surfen lernen, weißt aber nicht genau wie und wo? Surfcamps sind für die ersten Surfversuche optimal. Du machst deine ersten Paddelschläge unter Anleitung eines professionellen Surflehrers und bist mit Gleichgesinnten im Wasser. So machst du schnell Fortschritte.

Du hast dich dazu entschlossen surfen zu lernen, das ist eine gute Entscheidung. Los gehts! Jetzt ist die Frage wann und wo am besten? Wer sich im Urlaub schon einmal für ein paar Stunden ein Surfbrett ausgeliehen hat, weiß wie schwer es ist, ohne Anleitung Erfolge zu erzielen.

Aus diesem Grund ist es am besten, einen Kurs zu machen. Viele Surferkarrieren beginnen deshalb in einem Surf-Camp irgendwo an der Atlantikküste. In Europa ist die beste Reisezeit für Surfanfänger generell während der Sommermonate von Juni bis September (Kanaren ausgenommen). Zu dieser Zeit sind die Wellen an der Atlantikküste genau richtig. Nicht zu hoch und klein, du kannst also schön üben. Meistens hat man ja nur eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen im Jahr, nimm dir so viel Zeit, wie du Lust hast. Eine Woche ist gut, zwei Wochen natürlich besser, weil man mehr Zeit hat, sich auf den neuen Sport, die Umgebung und alles Drumherum einzustellen. Außerdem wirst du wahrscheinlich nicht mehr nach Hause wollen, sobald du das erste Mal im Wasser sitzt und die Sonne über der Düne aufgeht.

 

Wo haben wir von uferlos surfen gelernt?

Wir von uferlos erinnern uns auch immer gerne an unsere ersten Surfversuche zurück. Wo und wie wir genau surfen das erste Mal probiert und gelernt haben, erzählen wir dir natürlich gerne.

Berni: Ich habe in Australien mit dem Surfen angefangen. Zwischen meinen Studiengängen habe ich ein Jahr Work and Travel in Australien gemacht und mir gedacht, das ist der beste Moment um Surfen auszuprobieren. Allerdings war das fast ein bisschen spät. Vor 7 Jahren habe ich mich mit 24 das erste Mal mit Brett ins kalte Nass gestürzt und hatte sofort Blut geleckt. Ich habe einen Kurs am Seven Mile Beach in der Nähe von Wollongong gemacht und bin mit 4 deutschen Freunden im Surf Camp Australia untergekommen, das ich sofort weiterempfehlen würde. Das Lehrer-Niveau war klasse. Die Bedingungen waren, wie ich im Nachhinein festgestellt habe, super für Anfänger und wir haben viele Tipps für die Zeit nach dem Surfcamp auf den Weg bekommen. Die Surflehrer haben mit uns die nächsten Stops für unsere Reise geplant oder einfach über das Thema Surfboard Kaufen oder nicht diskutiert. Mein Anfänger Kurs ging 4 Tage und ich konnte danach kaum abwarten, wieder ins Wasser zu kommen. Nach 4 Tagen hatte ich zwar nicht die Erfahrung, um sagen zu können, wann ich am besten ins Wasser gehe. Aber das gehört dann wohl auch zum Lernprozess dazu, die ersten Schritte in der Surf-Session Planung alleine zu übernehmen und auch mal „auf die Fresse“ zu bekommen. Ich würde sofort wieder hinfahren und alles noch mal so machen. Hier findet ihr das Surfcamp: http://surfcamp.com.au

Christin: Ich habe im selben Jahr wie Berni mit dem Surfen begonnen und war in Frankreich. Wir sind mit dem Surfexpress von München nach St. Girons gefahren und waren bei wavetours untergebracht. Insgesamt hatte ich zwei Wochen Zeit dort. Du kannst für eine Woche bleiben und vor Ort verlängern, wenn es dir Spaß macht oder gleich zwei Wochen buchen, das kommt ganz auf dich an. Wie gesagt entschieden wir uns gleich für zwei Wochen. Kaum angekommen bekamen wir Neoprenanzug und Surfbrett für unseren Aufenthalt. Auch außerhalb der Kurszeiten stand uns das Material zur Verfügung, wir durften also jederzeit ins Wasser. Anfangs war es wirklich nicht leicht. Es ist alles neu und es war gefühlt so viel auf das ich achten sollte und musste. Im Atlantik kann man solche und solche Bedingungen erwischen. Bei uns war es eher etwas wilder und hatte recht viel Strömung. Die ersten Tage stand unser Surflehrer meist am Strand, um uns von dort aus Tipps und Zeichen zu geben. Dieses Timing und der Takeoff sind anfangs ein hartes Stück Arbeit. Natürlich gehört auch immer eine Portion Talent dazu, manchmal braucht es einfach seine Zeit. Generell würde ich sagen, dass das Camp cool war, um anzufangen. Allerdings waren wir eine recht große Gruppe und ich hatte das Gefühl, nach den zwei Wochen wohl etwas gelernt zu haben, aber hätte mir kleine Gruppen und intensivere Betreuung gewünscht. Erkundige dich vor der Buchung, wie der Surfkurs abläuft und entscheide dann, ob du dir das vorstellen kannst.
Wenn ich mir das jetzt Recht überlege, haben Berni und ich im selben Jahr angefangen zu surfen und ungefähr die gleiche Zeit im Wasser verbracht. Das Surflevel ist aber alles andere als gleich. Lass dich also nicht entmutigen, solange du Spaß an der Sache hast, kommt der Rest von allein.

Nicht jeder macht den Surfkurs so weit weg von Daheim, das ist auch nicht notwendig. Auch in Europa haben wir klasse Bedingungen für Surfanfänger. Wer durch die Schule des französischen Atlantiks gegangen ist – wird sich auf Bali leicht tun.

Surfen lernen in Frankreich

Beinahe an jedem Campingplatz in Frankreich findet ihr ein oder mehrere Surfcamps. Die Altersgruppen sind hier bunt gemischt. Wer etwas Spezielles wie ein Familien- oder ein Ü??-Camp sucht, wird sicherlich fündig.

Die Kursstruktur ist in den meisten Camps ähnlich aufgebaut. Du bekommst neben praktischen Tipps zusätzlich die nötige Theorie beigebracht. Je nach Wellen Forecast und Gezeit triffst du dich zu unterschiedlichen Uhrzeiten mit deinem Surflehrer am Strand. Nach einem Aufwärmprogramm und ein paar Instruktionen geht es ab ins Wasser. Der Surflehrer beobachtet dich vom Wasser aus und gibt dir direkt Tipps oder er steht am Strand und schaut sich deine ersten Versuche von dort aus an. Du brauchst also zum Start deiner Surferkarriere nur deine Badesachen und schon kann es eigentlich losgehen. Was fehlt hier noch? Klar, Surfbrett und Neoprenanzug! Beides bekommst du auf Wunsch ausgeliehen und kannst es für die Zeit deines Aufenthaltes nutzen. Das ist wirklich praktisch, weil dich anfangs nicht gleich in Unkosten stürzen musst und erst einmal in Ruhe probieren kannst, bevor du dir die komplette Ausrüstung zulegst.

Anreise: Frankreich ist von Deutschland aus gut zu erreichen. Entweder du fährst mit deinem eigenen Auto oder fährst mit dem Bus. Wir haben dir hier unsere Route von München nach Vielle-Saint-Girons eingezeichnet. Das war für uns die schnellste und günstigste Route. An manchen Stellen lohnt es sich, die Maut zu bezahlen. An anderen Stellen kann man gut Landstraße fahren.
Der Surfexpress hält in verschiedenen Städten in Deutschland und sammelt alle Wellenhungrigen ein. Eine günstige und einfache Variante ans Meer zu kommen. Oft bieten die Surfcamps die Anreise in einem Paket mit an.
Ist beides nicht das Richtige für dich, kannst du dich auf Facebook auch in Gruppen wie der Mitsurfbörse anmelden und nach passenden Mitfahrgelegenheiten suchen. Hier werden private Fahrten ans Meer eingestellt. Das hat den großen Vorteil, dass man sich die Fahrtkosten und die Fahrerei teilen kann.

Surfen lernen am Atlantik

Wer ein bisschen weiter weg möchte und keine Lust auf die lange Auto- oder Busfahrt an die französische Atlantikküste hat, setzt sich einfach in den Flieger und ab gehts. Spanien, Portugal, die Kanaren oder auch Marokko bieten beste Bedingungen für alle Könnensstufen – auch für Anfänger. Hast du also Lust den Sommer ein wenig zu verlängern? Deine ersten Surfversuche sollen erst im Oktober oder November stattfinden? Dann solltest du dir überlegen ins Warme zu fliegen, nach Gran Canaria zum Beispiel. Hier ist nicht nur die Temperatur ein wenig sommerlicher als bei uns, nein, viel wichtiger für dich als künftiger Surfer: das Wasser ist wärmer. Erkundige dich aber vor deiner Reise. Je nach Jahreszeit können die Wellen höher oder kleiner sein, der Wind stärker oder schwächer. Informiere dich vorab, welches Reiseziel zu welcher Jahreszeit infrage kommt. In Marokko sind beispielsweise eher unsere Wintermonate Surfsaison, ebenso auf den Kanaren. Hier nimmt der Wind im Sommer stark zu, dass hier eher Kiter oder Windsurfer ihren Spaß haben. Wenn du unsicher bist, suche den Kontakt zum ortsansässigen Surfcamp und frage nach der besten Saison für Anfänger.

Surfen lernen weltweit

Surfcamps gibt es nahezu an allen Surfspots auf der Welt, nicht nur am Atlantik. Australien, Amerika, Indonesien, Sri Lanka, die Liste ist lang. Wer wirklich surfen lernen möchte, der sollte sich aber dafür ein wenig Zeit nehmen. Ein, zwei Tage mal ein Surfboard ausleihen und allein ein wenig probieren, das wird in der Regel nichts und endet in Frust.

Suche dir ein Surfcamp aus, das deinen Vorstellungen entspricht und erkundige dich, wie du dich im Vorfeld vorbereiten kannst. Es gibt zahlreiche Übungen, die dir im Wasser wirklich helfen. Liegestütze, schwimmen oder Take offs kannst du gut schon zuhause üben. Das steigert die Vorfreude auf den Urlaub und macht dich fit für deinen ersten Surfurlaub. Doch Vorsicht, surfen macht abhängig :).

Ich packe meinen Koffer oder was brauchst du alles für deinen ersten Surfurlaub?

Hier habe ich für dich zusammengestellt, was du für deinen ersten Surfurlaub in die Tasche packen solltest:

  • Badehose oder Badeanzug bzw. Bikini: Was trage ich unter dem Neoprenanzug oder hat man überhaupt etwas drunter? Diese Frage stellt man sich früher oder später. Im Prinzip kannst du das machen, wie du magst. Leihst du dir einen Neoprenanzug, ziehst du normale Badebekleidung drunter. Ist es dein eigener Neo musst du nicht unbedingt was drunter ziehen. Ich habe mir eingehend Gedanken gemacht, was ich auf meinem ersten Surftrip ohne Neo anziehen soll – Hier findest du mein Ergebnis
  • Neoprenanzug: Das Wasser hat zwischen 18 und 22 Grad. Je nachdem, ob du eher eine Frostbeule bist oder nicht, brauchst du einen 3/2er Neoprenanzug, einen Shorty (kurze Arme, kurze Beine) oder über Mittag geht für eine kurze Session auch mal ein Bikini oder Boardshorts. Gerade am Morgen kann es schon noch frisch sein. Im Surfcamp kannst du dir oft einen Neo leihen, aber es ist schon auch Luxus seinen eigenen nutzen zu können und nicht darauf hoffen zu müssen, dass nicht jeder in den Leihneo gemacht hat.
  • Genug Sonnencreme: Sonnenschutz ist wichtig beim Surfen. Lies hier zu auch unseren Beitrag über die richtige Sonnencreme beim Surfen.
  • Ansonsten kommt alles in die Tasche, was du für einen normalen Camping- oder Strandurlaub auch mitnehmen würdest.

Neoprenanzug und Surfboard kannst du in den meisten Camps direkt gegen eine Gebühr ausleihen. Oft gibst du bereits bei der Buchung an, was du brauchst. So kannst du dir sicher sein, dass das Equipment bereitsteht, wenn du anreist.

Hast du noch den ultimativen Tipp, was in keiner Surfreisetasche fehlen darf? Dann schreib uns gerne, wir sind gespannt.